Theater: Kabale und Liebe - Schauspiel von Friedrich Schiller

Theater: Kabale und Liebe - Schauspiel von Friedrich Schiller

Abendkasse ab 19 Uhr, Einlass: 19:30 Uhr Dauer: ca.100 Minuten ohne Pause Kabale und Liebe Stürmisch, leidenschaftlich und blumig beschwören Luise und Ferdinand ihre Liebe. Aber eine Beziehung zwischen der bürgerlichen Tochter des Stadtmusikanten Miller und dem adligen Sohn des Präsidenten von Walter ist in der starren Ständegesellschaft undenkbar. Luises Vater fürchtet um den Ruf seiner Tochter und seiner ganzen Familie. Er beschließt, aktiv zu werden, Ferdinands Vater aufzusuchen und für die Ehre seiner Tochter einzutreten. Doch noch bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen kann, erzählt seine Frau dem schmierigen Sekretär Wurm voller Stolz von der jungen Liebe. Dieser hat jedoch selbst ein Auge auf Luise geworfen und wittert nun seine große Chance, sie für sich zu gewinnen. Er rückt die jungen Liebenden ins Schussfeld höfischer Intrigen, indem er den Präsidenten über das verbotene Verhältnis informiert. Dieser setzt alles daran, die unstandesgemäße Beziehung seines Sohnes zu sabotieren. Um zugleich seinen Einfluss am Hof auszubauen, verlangt er, dass Ferdinand die Mätresse des Herzogs heiraten solle. Ferndinand aber bietet dem Vater die Stirn und beschließt, um seine geliebte Luise zu kämpfen. Die Welt der Intrigen ist ihm nicht fremd, er kennt ihre Mittel und kann sie anwenden. Als er miterlebt, dass sein Vater Luise und ihre Familie bedroht, kündigt Ferdinand an, dessen verbrecherische Karriere zu enthüllen. Doch der Präsident spinnt mit dem von Luise abgewiesenen Wurm bereits einen Plan: Sie verhaften Miller und erpressen Luise, einen Liebesbrief an den extravaganten Hofmarschall von Kalb zu schreiben. Nur so könne sie das Leben ihres Vaters retten. Jenen erzwungenen Brief spielen sie Ferdinand zu. Überzeugt von Luises Untreue und rasend vor Eifersucht sucht Ferdinand sie auf. Aus Angst um ihren Vater verschweigt diese dem Geliebten die Erpressung, statt ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen. Der enttäuschte Ferdinand sieht den einzigen Ausweg im Tod und schüttet Gift in ein Glas Limonade, mit der er sich und die nichtsahnende Luise vergiftet. Sterbend klärt sie ihn über den unter Zwang geschriebenen Liebesbrief auf. Mit seinem letzten Atemzug vergibt Ferdinand seinem herbeieilenden Vater. Mit dem bürgerlichen Trauerspiel Kabale und Liebe schloss Schiller seine Sturm-und-Drang-Phase ab. Hinter der tragischen Geschichte einer verbotenen Liebe wird der revolutionäre Grundgehalt des Stückes deutlich: In einer Gesellschaft, in der sich persönliche Gefühle ebenso wie der Verstand dem menschenfeindlichen Absolutismus unterordnen müssen, hat die romantische Liebe keine Chance. Das wollen Luise und Ferdinand nicht akzeptieren. Schillers Angriff gegen die absolutistische Ständegesellschaft ist zweifellos historisch begründet. Aber der Konflikt zwischen persönlichen und gesellschaftlichen Interessen, zwischen echter Liebe und Herkunft, Bildungsgrad oder Einkommen, ist uns auch heute nicht fremd. Kabale und Liebe ist eine politisch aufgeladene Liebesgeschichte im Zeichen der ewigen Revolte der Jugend gegen die Generation ihrer Eltern. Friedrich Schiller Die Abhängigkeit von absolutistischen Herrschern musste Friedrich Schiller von Jugend an selbst erfahren. Geboren wurde er am 10. November 1759 in Marbach am Neckar. Mit vierzehn Jahren musste er auf Befehl des Herzogs Carl Eugen von Württemberg der herzoglichen Militärakademie in Stuttgart beitreten. Dort studierte er zunächst Jura und später Medizin. Er schloss das Studium als Doktor der Medizin ab und wurde 1781 – erneut auf Befehl des Herzogs – Militärarzt. Die Uraufführung seines ersten Dramas Die Räuber in Mannheim wurde 1782 ein sensationeller Erfolg und machte den jungen Dichter über Nacht berühmt. Im Kurfürstentum Kurpfalz gelegen, galt Mannheim jedoch als Ausland. Schiller, der zur Premiere reiste, hatte somit ohne die Erlaubnis des Herzogs das Land verlassen. Dafür bestrafte dieser ihn mit einem Schreibverbot und zwei Wochen Arrest, sodass Schiller am 22. September 1782 aus Stuttgart floh. Da er nun als Deserteur galt, verbrachte er die folgenden Jahre in ständiger Angst, nach Württemberg ausgeliefert zu werden. Schon während des Arrests hatte Schiller heimlich mit seiner Arbeit an dem bürgerlichen Trauerspiel Kabale und Liebe begonnen. Diese setzte er während seiner Flucht fort und schloss sie im anschließenden Exil in Thüringen ab. Ab 1794 entwickelte sich aus der Bekanntschaft mit Johann Wolfgang von Goethe eine fruchtbare Arbeitsbeziehung. Friedrich Schiller, der 1799 nach Weimar gezogen war, starb am 9. Mai 1805 im Alter von nur 45 Jahren. Eine Produktion der jungen BLB für den Abendspielplan, aber auch für unsere jungen Zuschauerinnen und Zuschauer. Inszenierung: Joerg Bitterich Grafik: BLB Bruchsal, Bilder: Sonja Ramm

  • 20.05.22
  • 20:00 Uhr
  • Stadthalle Wangen Jahnstraße 21, 88239 Wangen im Allgäu
  • 15,00 - 21,00 €

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